THEATERBREMEN

Erfolgreiche Premiere des neuen Visual Poem von Alexander Giesche

Alexander Giesche taucht in seiner aktuellen Arbeit gemeinsam mit seinem Team, bestehend aus dem Musiker und Sounddesigner Ludwig Abraham und den Darsteller*innen Nadine Geyersbach und Justus Ritter tief in eine technologiebasierte Zukunftsvision ein. Die Premiere war am Dienstag, den 9. Januar 2018 um 20 Uhr im Kleinen Haus

Eine künstliche Intelligenz, die gerne menschlich wäre. Ein Mensch, der sich danach sehnt, ein Roboter zu sein. Diese Konstellation umreißt das Spannungsfeld, in dem Alexander Giesche die Frage nach der Ausgestaltung einer möglichen Zukunft stellt. Der Titel zupԑrpoziˈtsioːn leitet sich aus der Physik ab, dort bezeichnet der Begriff der ‚Superposition‘ die störungsfreie Überlagerung gleicher physikalischer Größen. Giesche wendet nun das Superposisitonsprinzip auf seinen Zukunftsentwurf an: „Wir befinden uns als Menschen immer im Moment der Gegenwart, also an einem Punkt zwischen Zukunft und Vergangenheit.“ Naturgemäß sei dabei immer nur die Vergangenheit eindeutig, die Zukunft hingegen eine Überlagerung von möglichen, undefinierten Zuständen.

Dabei stehen weniger die Gefahren, die eine zunehmende, alle Lebensbereiche umfassende Technisierung zukünftig birgt, im Vordergrund der Arbeit, sondern vielmehr deren vorteilshaften, lebenserweiternden Effekte. „Es geht uns nicht darum, den aktuellen dystopischen Zukunftsbildern eine weitere düstere Version hinzuzufügen“, erläutert Anne Sophie Domenz, die die Produktion als Dramaturgin begleitet, „sondern um das Potential von künstlicher Intelligenz für ein positives zukünftiges Zusammenleben von Menschen und Maschinen.“

Der Sounddesigner Ludwig Abraham, der mit Alexander Giesche bereits letztes Jahr bei Torture the Artist am Theater Bremen zusammengearbeitet hat, gestaltet die Soundkulisse der Produktion. Abraham ist bei jeder Vorstellung auf der Bühne und reagiert jedes Mal neu auf die Darsteller*innen, verfremdet Stimmen, verstärkt Geräusche und entwirft so einen immer variierenden Soundtrack.

Das Bühnenbild wird dominiert von einem großen LED-Vorhang, der eigens für die Produktion gefertigt wurde und als durchlässige Projektionsfläche einen sehr variablen Raum für Farb-, Licht- und 3-D-Visualisierungseffekte bietet.

Und das sagt die Presse:
„[…] Hingucker ist ein mit LED-Lämpchen bestückter Vorhang, der zunächst als probate Projektionsfläche für besonders schlaue Tiere (Delfine! Eulen!), später für anthropologische Konstanten (Arbeit, Sport und Spiel; Krieg, Wettkampf und Gemeinschaft) dient. […] Ästhetisch ansprechend ist das allemal. […] Visuell durchweg eindrucksvoll (darstellerisch zumal), akustisch bisweilen fordernd wegen des titelgebenden Überlagerungsprinzips ist diese Partnerbörse für Hochbegabte […].“ (Hendrik Werner, Weser-Kurier, 11.01.2018)


Vorstellungstermine hier

Unser Foto zeigt Justus Ritter. Foto & Copyright: Jörg Landsberg.