THEATERBREMEN

Gelungene Moks-Premiere: „Waisen“

Regisseur Konradin Kunze inszeniert am Moks Dennis Kellys Stück Waisen. Gemeinsam mit dem Ensemble, bestehend aus Abdul Aboras, Meret Mundwiler, Julian Anatol Schneider und Christoph Vetter, lotet Kunze in dieser Produktion die Grenzen zwischen Loyalität zur Familie und eigenem Gewissen aus.
Die Premiere war am Samstag, 25. November um 19 Uhr im Brauhaus.

Das Abendessen von Danny und Helen wird jäh unterbrochen, als Helens Bruder Liam blutüberströmt hereinplatzt. Er versichert, nur einem Jungen zu Hilfe gekommen zu sein, der niedergestochen wurde. Doch wo ist dieser Junge jetzt? Müsste man nicht die Polizei benachrichtigen? Während Helen sich schützend vor ihren vorbestraften Bruder stellt, ist Danny zunehmend irritiert von dessen widersprüchlichen Äußerungen. Doch Danny lässt sich überreden, seinen Schwager ebenfalls zu schützen und ahnt dabei nicht, in welch fatales Geflecht aus Halbwahrheiten, Lügen und Liebe er sich damit verstrickt. Der englische Dramatiker Dennis Kelly hat mit Waisen einen packenden Plot entwickelt, der aktuelle gesellschaftliche Fragen nach Schuld, Verantwortung und Zivilcourage aufwirft. In einem Kammerspiel führt er uns vor Augen, wie leicht korrumpierbar unsere moralischen Grundwerte sind, sobald eigene Interessen im Vordergrund stehen.

Konradin Kunze wurde 1977 in Freiburg geboren. Nach seinem Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover war er Ensemblemitglied am Moks und am Jungen Schauspielhaus Hamburg. Seit 2009 arbeitet er als freier Schauspieler, Autor und Regisseur. Mit der Kompanie Flinn Works entwickelt er recherchebasierte internationale Theaterprojekte wie Maji Maji Flava und seine Solo-Performance Schädel X. Schädel X läuft im Januar 2018 als Gastspiel am Moks. Nach verschiedenen Arbeiten am Moks war am Theater Bremen zuletzt Kunzes Romanadaption Abzählen von Tamta Melaschwili im Kleinen Haus zu sehen.

Und das sagt die Presse:
„Regisseur Konradin Kunze hat das 2011 uraufgeführte Kammerspiel des englischen Dramatikers Dennis Kelly für das Moks als nachhaltig verstörende Parabel inszeniert […] Das ist stark, ganz stark sogar […]. Bei der Premiere am Sonnabend gab’s viel Jubel für das gesamte Team.“ (Iris Hetscher, Weser-Kurier, 27.11.2017)


Unser Foto zeigt (v.l.): Julian Anatol Schneider, Christoph Vetter und Meret Mundwiler
Copyright: Jörg Landsberg