THEATERBREMEN

Moks-Premiere: „Eltern - Ein Forschungsunterfangen“ am 25.02.

Hannah Biedermann gehört zu den experimentierfreudigsten Regisseur*innen im Kinder- und Jugendtheater. 2017 wurde sie für ihre Produktion „entweder und" (Junges Ensemble Stuttgart), einer Collage zum Thema der heteronormativen Geschlechtserwartungen, in der Kategorie Regie Kinder- und Jugendtheater mit dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST ausgezeichnet. Nun kommt Biedermann für eine Stückentwicklung ans Moks: Eltern – Ein Forschungsunterfangen mit den Moks-Darsteller*innen Judith Goldberg, Julian Anatol Schneider und Christoph Vetter hat am Sonntag, den 25. Februar um 16 Uhr Premiere im Brauhaus. Das Stück richtet sich an alle ab neun Jahren.

Im Vorfeld der Premiere traf das künstlerische Team Kinder an unterschiedlichen Bremer Schulen, also in ‚elternfreien Zonen‘, um mit ihnen Antworten auf die Fragen zusammenzutragen, was Eltern alles sind, sein könnten und sein sollten. Kategorien wie soziale, biologische und rechtliche Elternschaft wurden bei diesen Treffen hinterfragt und emotional abgeklopft, Familienmodelle diskutiert. „Die Kinder gaben Einblicke in ihre persönlichen Erfahrungen mit den eigenen Eltern und unterschiedlichen Familienkonstellationen“, erzählt Paulina Papenfuß, die Dramaturgin der Produktion. Um der Vielfältigkeit der Antworten gerecht werden zu können, wählte Biedermann für die Präsentation der Ergebnisse dieses „Forschungsunterfangens“ das Format der Collage und destillierte aus über zwanzig Interviews mit Schüler*innen aus Gröpelingen, der Neustadt und Neuen Vahr ein Kaleidoskop der Vielstimmigkeit: „In der Collage szenischer Fragmente befragen sich die Spieler*innen entlang eigener Einsichten und der Reflexion der Kinderstimmen, wie es gelingen kann ‚gute Eltern‘ zu werden“, erläutert hierzu Paulina Papenfuß.

Hannah Biedermann, geboren 1982 in Bonn, setzt sich für das Recht von Kindern auf ihre ganz eigene Kunst ein. 2005 – 2010 Diplomstudiengang „Szenische Künste“ an der Universität Hildesheim. Im Anschluss war sie drei Jahre als freischaffende Regisseurin, Performerin und Theaterpädagogin tätig, von 2013 – 2015 als Regisseurin und Dramaturgin am COMEDIA Theater Köln. Ab 2015 freischaffende Regisseurin und Performerin. Ihre Arbeit ist von ihrem Interesse und ihrer Suche nach genreübergreifenden und interdisziplinaren Formen jenseits klassischer Narrative für junges Publikum geprägt. In ihren Stückentwicklungen wird ein Thema nie ausschließlich aus der Perspektive des Publikums gewählt, sondern immer auch aus der Erwachsenensicht der Macher*innen untersucht und erzählt. Ihre Arbeiten wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, zuletzt 2017 mit dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST.

Premiere am Sonntag, 25. Februar um 16 Uhr im Brauhaus.

Unser Foto zeigt (vl): Christoph Vetter, Judith Goldberg, Julian Anatol Schneider. Foto und Copyright: Jörg Landsberg.