THEATERBREMEN

Sechs Wiederaufnahmen im Oktober

Im Oktober nimmt das Theater Bremen insgesamt sechs Inszenierungen aus allen vier Sparten wieder ins Repertoire. Den Anfang machen am 18. Oktober „Dantons Tod“ sowie „Anders sein“. Eine Woche später schließen sich am Samstag, den 21. Oktober „BANG BANG“ und „Mr. Robot“ an. Darauf folgt am 28. Oktober die Musiktheater-Produktion „Il barbiere di Siviglia“. Abgerundet wird der Monat schließlich am 31. Oktober mit der Tanz-Produktion „Zwei Giraffen tanzen Tango – Bremer Schritte“.

Mit Dantons Tod kommt am 18. Oktober die von dem ivorisch-deutschen Performance-Team Gintersdorfer / Klaßen erarbeitete Version von Büchners Drama mit seinem eigenwilligen Blick auf die Werte der Französischen Revolution wieder ins Programm. Zusammen mit dem Bremer Schauspielensemble wird an die Bindung des politischen Denkens und Handelns an den angreifbaren Körper jedes einzelnen erinnert. – „Diese Kunstform, politisches Feuilleton in einer nachvollziehbaren Sprache auf die Bühne zu bringen, sie quasi in die heutigen Münder hineinzuformulieren, entwickelt an diesem Abend viele eindrucksvolle Momente“ (Weser Kurier).

Ebenfalls ab dem 18. Oktober ist die Moks-Produktion Anders sein wieder da. Gemeinsam mit dem Ensemble hat die Choreografin Salome Schneebeli über die verschiedenen Facetten von Andersartigkeit und das Gefühl des Sich-fremd-fühlens improvisiert und über die damit verbundenen Emotionen wie Neugierde, Furcht und Faszination geforscht. Herausgekommen ist ein Tanzstück mit wunderbar schrägen und liebenswerten Figuren – ein Plädoyer für Toleranz und Offenheit.

BANG BANG, der Liederabend des Schauspielensembles mit von Torsten Kindermann arrangierten und von einer achtköpfigen Band interpretierten Kultsongs aus Tarantino-Filmen, inszeniert von Selen Kara auf der Grundlage der „Beggar’s Opera“ von John Gay, wird ab dem 21. Oktober mitsamt der verfeindeten Banden aus Gangstern, Bettlern und Ganoven im Kampf ums krumme Geschäft wieder hautnah im Theater am Goetheplatz zu erleben sein.

Auch die Revolution mit den digitalen Mitteln des 21. Jahrhunderts lebt ab dem 21. Oktober in der Inszenierung von Felix Rothenhäuslers Mr. Robot wieder auf. Nach Motiven der gleichnamigen Serie erarbeitete das Produktionsteam eine „Musical-Fiktion“ über einen jungen Mann, der spürt, dass etwas falsch läuft in der Welt und der mit der Hacker-Gruppe fsociety das regierende Betriebssystem der Welt stürzen will: Das Geld. „Dieser zugleich komplexe und leichte Abend setzt auf Sinnzerstäubung und Fragmentarchitektur; er bietet viel Schau- und Lauschwert in Sachen Unterhaltung. Eine Petitesse im besten Sinne, ein Praliné, wahlweise Plunderstückchen, mit großzügiger Paranoiafüllung.“ (Weser Kurier).

Am 28. Oktober folgt die rasant-komödiantische Inszenierung Il barbiere di Siviglia von Michael Talke, die eine Gesellschaft zeigt, die aus dem Tritt gekommen ist, deren Mechanik aber kein Erstarren duldet und unerbittlich weiterrattert. Genau so treiben die rasanten Rhythmen von Rossinis Komischer Oper unter der Leitung des Barockspezialisten Olof Boman stets zu neuen Verwirrspielen und komischen Automatismen an. – „ein sensationell lustiger musikalischer Hochgenuss“ (taz).

Nicht zuletzt darf man sich ab dem 31. Oktober im Kleinen Haus auf Helge Letonjas Hommage an den großen Bremer Choreografen Gerhard Bohner Zwei Giraffen tanzen Tango – Bremer Schritte freuen. Die „Schritte“ der aktuellen Produktion treten in den schöpferischen Dialog mit der Tanzgeschichte und entwerfen ihr Vorwärts im Hier und Jetzt.


ALLE WIEDERAUFNAHMEN IM OKTOBER:
„Dantons Tod“: Mittwoch, 18. Oktober 2017, 20.00 Uhr
„Anders sein“: Mittwoch, 18. Oktober 2017, 10.30 Uhr
„BANG BANG“: Samstag, 21. Oktober 2017, 19.30 Uhr
„Mr. Robot“: Samstag, 21. Oktober 2017, 20.00 Uhr
„Il barbiere di Siviglia“: 28. Oktober 2017, 19.30 Uhr
„Zwei Giraffen tanzen Tango – Bremer Schritte“: 31. Oktober 2017, 20.00 Uhr

Weitere Termine unter www.theaterbremen.de

Das Foto zeigt v.l. Hyojong Kim, Nerita Pokvytytė, Birger Radde, Patrick Zielke, Christoph Heinrich in „Il barbiere di Siviglia“
Foto u. Copyright: Jörg Landsberg