THEATERBREMEN

Viel Jubel für „Tom Sawyer“

Regisseur Klaus Schumacher inszeniert mit Tom Sawyer das diesjährige Familienstück am Theater Bremen. Mit einem großen Ensemble aus Alexander Angeletta, Martin Baum, Guido Gallmann, Judith Goldberg, Gabriele Möller-Lukasz, Johannes Schumacher – der nach Väter und Söhne als Gast zurück ans Haus kommt – und Simon Zigah erzählt Schumacher „Die Muff Potter-Version der Geschichte“; so der Untertitel des Stückes, das John von Düffel im Auftrag des Theater Bremen nach dem Roman von Mark Twain geschrieben hat. Die Uraufführung war am Sonntag, 26. November um 15 Uhr im Theater am Goetheplatz.

Die Geschichte vom Waisenjungen Tom Sawyer und seinem besten Freund, dem Streuner Huckleberry Finn, begleitet Kinder und ihre Eltern bereits seit Generationen. John von Düffel schrieb nun im Auftrag des Theater Bremen ausgehend von Twains Roman eine neue Version des Klassikers, der die Geschehnisse aus der Perspektive des Sargtischlers Muff Potter erzählt. Dieser feiert seinen zehnten Geburtstag, genauer: den zehnten Jahrestag seiner Lebensrettung durch Tom Sawyer und Huckleberry Finn. Dem Trunkenbold Muff Potter sollte bei einem Komplott ein Mord angehängt werden, die Freunde Tom und Huck aber haben den wahren Tathergang beobachtet und wissen, dass Muff Potter unschuldig ist. Hin- und hergerissen zwischen der Angst um ihr Leben und ihrem Gerechtigkeitssinn, hadern sie bis zum letzten Augenblick, dem Moment der Gerichtsverhandlung, bis sie durch ihre Zeugenaussage Muff Potter entlasten und Killer-Joe als wahren Mörder bloßstellen.

„Natürlich ist der Plot unheimlich spannend, aber es ist mehr als eine bloße Abenteuergeschichte“, bemerkt Dramaturgin Dany Handschuh. „Die Geschichte hat mit dem Wunsch nach Gerechtigkeit und der Einsicht, dass man für diese eintreten und kämpfen muss, einen ganz existentiellen Kern.“

Das Setting der Inszenierung ist der Wilde Westen, wo Tom und Huck in einem einfachen Dorf leben, das Katrin Plötzky in einem verspielten und detailreichen Bühnenbild eingefangen hat.

Klaus Schumacher (*1965) kam 1995 nach Bremen als Ensemblemitglied am Moks, wurde fünf Jahre später dessen künstlerischer Leiter und wechselte 2005 in gleicher Position an das Junge Schauspielhaus Hamburg. Seine Inszenierungen wurden mehrfach zum Berliner Kinder- und Jugendtreffen eingeladen sowie er unter anderem mit dem Rolf-Mares-Preis und dem FAUST als bester Kinder- und Jugendtheaterregisseur ausgezeichnet. Seit der Spielzeit 2012/13 hat er sich als regelmäßig wiederkehrender Gast am Theater Bremen den großen Erzählungen und Beziehungsgeschichten gewidmet, so beispielsweise Buddenbrooks in der Fassung John von Düffels und zuletzt Iwan Turgenjews Väter und Söhne. Nun inszeniert er hier zum ersten Mal seit langem wieder ein Theaterstück für Kinder.


Das Foto zeigt: v.l.: Jan-Sebastian Weichsel, Gabriele Möller-Lukasz, Andy Einhorn, Johannes Schumacher, Marlene Glaß, Simon Zigah, Guido Gallmann
Foto & Copyright: Jörg Landsberg