THEATERBREMEN

Theater am Goetheplatz / Premiere

Tartuffe

von Molière

„Glaube heißt Nicht-wissen-wollen, was wahr ist.“ (Friedrich Nietzsche) — Tartuffe, ein Betrüger, ein Scheinheiliger? Jener Tartuffe, den er, Orgon, in der Kirche als besonders frommen Mann kennengelernt und in seinem Haus aufgenommen hat? Den er um Rat und Tat fragte und mit dem er schließlich sogar seine Tochter Mariane verheiraten wollte? Orgon und seine Mutter Madame Pernelle sind dem Bann des Tartuffe verfallen, ihr Leben erstrahlt im neuen Licht. Erst durch eine List kommen sie dem Betrug auf die Spur. Als Orgon bemerkt, dass sein Gast sich mehr für sein Geld als seinen Seelenfrieden interessiert, ist es bereits zu spät: Tartuffe setzt ihn in Kenntnis, dass sein Haus nun ihm gehört und beauftragt einen Gerichtsvollzieher, die Familie bis zum nächsten Morgen zum Auszug zu zwingen. Erst jetzt sieht Orgon das ganze Ausmaß seiner blinden Gutgläubigkeit und Folgsamkeit.
1664 war Molières Komödie ein Politikum. Der Erzbischof von Paris untersagte die „gotteslästerliche“ Komödie und der Autor wurde mit Exkommunikation und Scheiterhaufen bedroht. Die Infragestellung einer Religion, die sich zur Diktatur entwickeln kann, besitzt heute noch revolutionäres Potential.

Termine / Karten

Besetzung