THEATERBREMEN

Kleines Haus

Nichts. Was im Leben wichtig ist

14+
nach dem Roman von Janne Teller
Eine Moks-Produktion

„Jetzt erst weiß ich, was im Leben wichtig ist: Wichtig ist, dass man weiß, dass nichts wichtig ist.“ (Roman Polanski) — Eines Tages steigt Pierre aus seinem bisherigen Leben aus, um künftig in einem Pflaumenbaum zu nisten, der direkt am Schulweg der anderen Klassenkameraden steht. Ungefragt konfrontiert er sie von dort oben mit zynischen Aussagen über die Nichtigkeit der menschlichen Existenz, die alles in Frage stellen. „Nichts bedeutet etwas, deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun.“ Zuletzt beschließen seine Mitschüler heimlich einen „Berg der Bedeutung“ zusammenzutragen, um zu beweisen, dass das Leben sehr wohl einen Sinn hat. Der Plan ist einfach und brutal: jeder muss opfern, was ihm wichtig ist. Schnell entwickelt sich eine Eigendynamik innerhalb der Gruppe, die zu der Logik „Je schmerzvoller das Opfer, desto größer die Bedeutung“ führt. Da immer derjenige, dem gerade etwas genommen wurde, vom nächsten Mitschüler etwas einfordern kann, entspinnt sich schon bald ein brutaler Opferreigen, der keine Grenzen mehr kennt.

Dauer: 90 Minuten, keine Pause

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Pressestimmen

„Anfangs arrangiert die Regie die fünf Darsteller absichtsvoll statisch, als handle es sich um eine Versuchsanordnung mit erwartbar harmlosem Ende. Dynamik (und mehr Stringenz) stellt sich mit einem anschwellenden „Berg der Bedeutung“ und mit zunehmender Interaktion ein, der chorisches Sprechen oder auch kollektives Umfallen zusätzlich zuarbeiten. Weil „Nichts“ die ganz großen Fragen verhandelt (und einsinnige Antworten verweigert), sorgen komische Momente wiederholt für wohltuende Brechungen. In dieser Hinsicht gefallen zumal die Moks-Verstärkungen Justus Ritter und Leon Ullrich. Lisa Marie Fix wiederum versteht es besonders anrührend, jenen Zwiespalt vorzuführen, der Opferdarbringung und moralische Überzeugung so paradox aneinanderbindet. (…)
Die Inszenierung (ist) ein durchaus empfehlenswertes Stück Jugendtheater. Auch deshalb, weil für die anvisierte Alterszielgruppe (13 +) jenseits des schweren und herben philosophischen Gehalts reichlich sehenswerter Budenzauber geboten wird.“
Hendrik Werner, Weserkurier, 16.2.2014

„Regisseur Alexander Riemenschneider inszeniert den Roman „Nichts. Was im Leben wichtig ist“ von Janne Teller mit einem minimalistischen Bühnenbild und setzt die Schauspielkunst seiner Akteure in den Mittelpunkt. (…) Ohne feste Rollenverteilung erzählen sie die Geschichte intensiv und facettenreich. Diese Moks-Produktion ist sehr gutes Jugendtheater, an der auch der regelmäßige Theater-Gänger Freude findet.“
Markus Noldes, Weser Report, 16.2.2014

„Regisseur Alexander Riemenschneider verzichtet dabei auf klassische Dramatisierung, lässt den Text als Erzählung sprechen, verteilt auf das Ensemble. In den Erzählfluss streut er szenische Bilder ein. Langsam gewinnt der eineinhalbstündige Abend an Intensität und Tempo und findet vor allem in der zweiten Hälfte zu starken Bildern. Als die Jesusfigur aus der örtlichen Kirche entwendet werden soll, um auf dem Berg aus Bedeutung zu landen, entsteht auf der kargen Bühne (David Hohmann) eine beklemmende Kreuzigungsszene, als später der millionenschere Museumsscheck eintrifft, tanzt die Clique in einem Regen aus Glitzer. (…) Den Schauspielern Lisa-Marie Fix, Justus Ritter, Anna-Lena Doll, Walter Schmuck und Leon Ullrich gelingt es dabei, den Text im Fluss zu halten und kontinuierlich zu steigern – bis zum düsteren Finale. Ein intensiver Abend, der auf vielschichtige Weise Fragen nach dem Sinn des Lebens aufwirft.“
Andreas Schnell, Delmenhorster Kreisblatt, 18.2.2014