THEATERBREMEN

Moks

Rico, Oskar und die Tieferschatten

9+
von Andreas Steinhöfel / Felicitas Loewe
Eine Moks-Produktion

„Es ist merkwürdig, dass die Leute mit einem nicht so Schlauen praktisch genauso wenig anfangen können wie mit einem nicht so Dummen.“ (Andreas Steinhöfel) — Rico soll ein Ferientagebuch führen. Schwierig genug für einen, der sich selbst als „tiefbegabt“ bezeichnet und ein Förderzentrum besucht. Außerdem erlebt Rico nie etwas Spannendes, von dem er berichten könnte. Er geht stets die gleichen Wege, da er sonst schnell die Orientierung verliert. Doch diese Sommerferien werden die aufregendsten, die Rico je erlebt hat. In diesen Ferien lernt er den hyperintelligenten und übervorsichtigen Oskar kennen. Die beiden Jungs schließen Freundschaft. Doch dann ist Oskar plötzlich spurlos verschwunden. Der Verdacht liegt nahe, dass Oskar von „Mister 2000“ entführt wurde, der reihenweise Kinder kidnappt und dafür von den betroffenen Eltern 2.000 € Lösegeld verlangt. Um seinen Freund zu retten, muss Rico über sich hinauswachsen – und dabei klärt er ganz nebenbei auch noch das Geheimnis der Tieferschatten im Hinterhaus auf.

Dauer: 60 Minuten, keine Pause

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Pressestimmen

„Grete Pagan hat die Geschichte als ein vielfach aufgesplittertes Erzähltheater arrangiert, bei dem aus allen Ecken und Enden die Schauplätze aus Ricos Welt zusammengekramt werden. Ein herrliches, raumgreifendes Puzzle – voller Menschen und Ereignisse – die miteinander zu verknüpfen verwirrend und lustig zugleich ist. Genau nach Ricos Geschmack also. Vier Spieler springen in dieser Inszenierung gewandt von einer Rolle in die nächste, sind mal Mutter, mal Nachbar, oft alle gemeinsam Erzähler. Am Ende überwiegt an diesem Theaternachmittag die Schaulust, das dargebotene Geschehen mit seinen vielfältigen Persönlichkeiten richtig einzuordnen. Für Kinder ab neun Jahren dies auf jeden Fall geeignet, ganz gleich, ob diese nun tiefer oder höher begabt sein mögen.“ Sven Garbarde, Weserkurier, 25.11.2013
„Und das Moks zeigt, wie sich mit ihr diese Geschichte auf der Bühne als echtes Theaterstück gestalten lässt: Mit stark körperlichem, performativem Ansatz nämlich, für den die Hamburger Regisseurin Grete Pagan verantwortlich zeichnet, und den die Ausstatterin Lena Hinz bezaubernd umsetzt. Große Klasse ist die Idee, Rico mitunter von allen vier SpielerInnen darstellen zu lassen: Die Figuren werden so – und auch für unerfahrene Theatergänger verständlich –zu Verkörperungen von Ricos Gedanken. Wie die Kugeln in einer Bingotrommel flitzen die ihm durchs Hirn, so beschreibt der selbst das Chaos im Kopf, wenn er schnell und intensiv nachdenken muss. Hier im Moks tritt das als wilde, halb bedrohliche, halb witzige Rund-Spring-Lauf-Tanzszene plötzlich in die Welt. Und einer schwingt sogar das Beil! Kreisch! Herrlich. Nein, an „Rico Oskar und die Tieferschatten“ im Moks – kommt man wirklich nicht vorbei.“
Benno Schirrmeister, TAZ, 25.11.2013

Der ganze Bühnenboden ist beklebt mit Markierungen aus himmelblauen Klebestreifen. Hier eine Ecke für Kiste und Cajon, dort die Buchstaben „TV“, dazu mancher Pfeil, Kreis oder was einen sonst orientieren könnte, wenn man sich in einem Theaterraum zurechtfinden will. Die Positionen des Stücks – das ja noch gar nicht angefangen hat – derart deutlich zu zeigen, ist ein nachgerade genialer Schachzug von Regisseurin Grete Pagan und ihrer Ausstatterin Lena Hinz. Denn einerseits zeigen die himmelblauen Zeichen, wie Theater funktioniert – und andererseits führen sie uns mitten hinein in die Welt von Rico. Das Bremer Moks-Theater hat den ersten Band der Geschichten des „tiefbegabten“ Rico und seines hochbegabten Freundes Oscar auf die Bühne übersetzt. Und das funktioniert ganz ausgezeichnet. Weil die spannende Suche nach einem Kindesentführer die gute Stunde Theater locker trägt. Weil das Quartett aus zwei Schauspielerinnen und zwei Schauspielern die Figur des Rico gemeinsam stemmt und so seine Fähig- und Schwierigkeiten stimmig illustriert. Vor allem aber, weil Pagan und ihr Ensemble in der Lage sind, Steinhöfels fröhlichen Detailreichtum in genuine Theaterbilder zu übersetzen. Das Moks findet in dieser gelungenen Produktion stimmige, energiereiche, gelegentlich saukomische und manchmal gruselige Bilder
Tim Schomacker, Kreiszeitung, 25.11.2013